Frühschwangere Frau wird von einem Arzt gegen Covid-19 geimpft

Neue Studien zeigen, dass Covid-19-Impfstoffe keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit oder auf die frühe Schwangerschaft haben

Veröffentlicht: 8 Februar 2022|Aktualisiert: 8 Februar 2022|Über assistierte Reproduktion.|

Die neuesten Forschungsergebnisse zu Covid-19-Impfstoffen bestätigen, dass diese Vakzine keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit und die frühe Schwangerschaft haben.

Die Daten aus klinischen Studien über natürliche Schwangerschaften in Verbindung mit Impfstoffen waren seit jeher positiv, denn die Schwangerschaftsraten der geimpften Teilnehmerinnen waren mit denen der Kontrollgruppe identisch. Nun werden diese Ergebnisse durch zwei neue Studien untermauert.

Die Zeitschrift Obstetrics & Gynecology berichtet über die Ergebnisse der Studie In Vitro Fertilization and Early Pregnancy Outcomes After Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) Vaccination, in der Forscher der Icahn School of Medicine del Monte Sinaí (Icahn Mount Sinai) in New York und der Reproductive Medicine Associates of New York (RMA of New York) die Fruchtbarkeits-, Schwangerschafts- und Fehlgeburtenraten von geimpften und ungeimpften Patientinnen, die sich einer In-Vitro-Fertilisation (IVF) unterzogen hatten, miteinander verglichen. Hierbei erzielten die Patientinnen, die zwei Dosen des Pfizer- oder Moderna-Impfstoffs erhalten hatten, die gleichen Ergebnisse wie die ungeimpften Patientinnen.

In der im American Journal of Epidemiology veröffentlichten Studie A prospective cohort study of COVID-19 vaccination, SARS-CoV-2 infection, and fertility wurde die Fähigkeit zu einer natürlichen Schwangerschaft von geimpften und ungeimpften Paaren verglichen. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Fruchtbarkeit beider Partner durch die Covid-19-Schutzimpfung nicht beeinträchtigt wird, wenngleich mit dem Coronavirus infizierte Männer kurzfristig eine verminderte Fruchtbarkeit aufweisen können.

Eine Schutzimpfung gegen COVID-19 ist sicher und wird für schwangere Frauen empfohlen

Rita Vassena, die wissenschaftliche Leiterin der Eugin-Gruppe, betont: “die seit Beginn der Massenimpfprogramme verfügbaren Daten haben stets gezeigt, dass eine Impfung keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit hat”. Es sei jedoch wichtig, das Thema weiter zu untersuchen, da es leider immer noch Vorbehalte gegen die Schutzimpfung bei denjenigen gebe, die eine Schwangerschaft in Betracht ziehen oder bereits schwanger sind.

Diese Vorbehalte seien auf mehrere Faktoren zurückzuführen, wie die fehlende Einbeziehung schwangerer Frauen in klinische Studien zu Impfstoffen sowie gewisse Veränderungen des Menstruationszyklus bei vielen Frauen nach der Impfung. Der erstgenannte Faktor habe sich allerdings seit den Massenimpfungen erübrigt. Diese jüngsten Studien untermauern die bereits bestehenden Erkenntnisse und bestätigen, dass eine Schutzimpfung empfehlenswert ist.

„Der Impfstoff hat keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit oder das Eintreten einer Schwangerschaft. Dagegen birgt eine Covid-19-Erkrankung bei Schwangeren ein höheres Risiko für einen Krankenhausaufenthalt und einen schwereren Krankheitsverlauf. Außerdem weisen neue Erkenntnisse darauf hin, dass Covid-19 bei bestehenden Schwangerschaften mit Fehlgeburten in Verbindung steht“, so Vassena. Negative Auswirkungen einer Impfung auf die Fortpflanzungsfähigkeit von Frauen seien nicht bekannt. Deshalb sei eine Impfung notwendig, um Mutter und Kind zu schützen.

Kinderwunschbehandlungen bieten neue Informationen über COVID-19-Schutzimpfungen

Des Weiteren betont Dr. Vassena, dass Schwangerschaften, die durch assistierte Reproduktionstechniken erzielt werden, die Analyse von Aspekten der Reproduktion ermöglichen, die über den Rahmen epidemiologischer Studien hinausgehen. Einige Beispiele sind die Fragen, wie der Eierstock auf die Reproduktionshormone reagiert, ob es Veränderungen in der Qualität der Eizellen gibt oder ob Schwangerschaftsverluste in einem sehr frühen Stadium auftreten (diese Fragen bleiben in populationsbasierten Studien unbemerkt, da die Schwangerschaft in den ersten zwei bis drei Wochen abgebrochen wird, bevor sie überhaupt als solche erkannt wird).

Die Erkenntnisse der in der Zeitschrift Obstetrics & Gynecology veröffentlichten Studie bestätigen und erweitern die bereits vorliegenden Daten: Es wurde kein Hinweis darauf gefunden, dass eine Schutzimpfung negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit hat.


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