Eine neue Studie von Eugin zeigt, dass Frauen mit Covid-19 virusfreie reproduktive Eizellen produzieren

Die Studie wurde in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Human Reproduction veröffentlicht

  • Die Studie wurde von Eugin (Spanien) durchgeführt. Sie zeigt, dass es bei den Testpersonen keine vertikale Mutter-Fötus-Infektion über Eizellen gab.
  • Diese Entdeckung ist für In-vitro-Fertilisationsbehandlungen während der Pandemie für Wissenschaft und Patientinnen gleichermaßen von Bedeutung.
  • Die Studie basiert auf der Analyse von 16 Eizellen mithilfe einer besonderen Technik, die Virusladungen in extrem kleinen biologischen Strukturen nachweisen kann. Sie wurde von einem Forscherteam unter der Leitung der wissenschaftlichen Direktorin der Eugin-Gruppe, Rita Vassena, durchgeführt.

Barcelona, 1. Oktober 2020. In einer von einem Forscherteam in den Eugin-Laboren in Barcelona durchgeführten Studie konnte nachgewiesen werden, dass Eizellen von Frauen mit der Diagnose Covid-19 keine Träger des Virus sind. Die Ergebnisse wurden heute in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Human Reproduction veröffentlicht und gelten weltweit als bahnbrechend auf dem Gebiet der assistierten Reproduktion. Sie zeigen, dass bei den Testpersonen keine vertikale Mutter-Fötus-Infektion über die Eizellen stattfand.

Die Forschung unter der Leitung von Rita Vassena, der wissenschaftlichen Direktorin der Eugin-Gruppe, basiert auf der Untersuchung von 16 Eizellen asymptomatischer Frauen, die sich einer kontrollierten ovariellen Stimulation unterzogen und am Tag der Eizellentnahme mittels des PCR-Tests positiv auf eine SARS-CoV-2-Infektion getestet wurden.

Die Eizellen wurden im März entnommen, kurz bevor alle Verfahren in Fertilitätskliniken weltweit eingestellt wurden. Nachdem die Frauen positiv auf Covid-19 getestet worden waren, wurde vereinbart, die Eizellen nicht für reproduktive Zwecke zu verwenden, sondern sie gemäß dem Vorsorgeprinzip als Forschungsproben zur Verfügung zu stellen.

Analyse der Eizellen
Für die Untersuchungen zur Studie wurden von dem Wissenschaftlerteam der Eugin-Gruppe sechs Eizellen von einer Frau und zehn von einer weiteren analysiert. Mithilfe einer innovativen Technik, die virales Material aus extrem kleinen Probemengen identifizieren kann, fand man heraus, dass in keiner der 16 getesteten Eizellen der beiden Frauen RNA-Viren vorhanden waren.

Während der aktuellen Covid-19-Pandemie galt bisher bei Therapien der assistierten Reproduktion, die potenzielle vertikale Übertragung der SARS-CoV-2-Infektion über Gameten und Embryonen vor der Implantation als eine der Hauptsorgen. Dementsprechend haben sich Fertilitätskliniken bisher an das Vorsorgeprinzip gehalten und Sicherheitsprotokolle beim Umgang mit Spender- und Patientenmaterial eingeführt.

Seit Beginn der Identifizierung des neuen SARS-CoV-2 wurde festgestellt, dass sich das Virus auf verschiedene Gewebe und Organe auswirkt. Doch trotz der umfangreichen wissenschaftlichen Literatur zu diesem Thema sind die Auswirkungen auf die Fortpflanzungsfunktion bei Frauen bisher wenig untersucht worden. Insbesondere war bisher nicht klar, ob das Virus menschliche Geschlechtszellen infizieren kann und ob befruchtete Eizellen von Frauen, die das Virus in sich tragen, zu einer Infektion des sich entwickelnden Embryos führen können.

Diese neue wissenschaftliche Erkenntnis eröffnet nun die Möglichkeit, In-vitro-Fertilisationsbehandlungen trotz der aktuellen Pandemie fortzusetzen und damit Patienten auf der ganzen Welt zu unterstützen, mithilfe dieser Technik Kinder zu bekommen.
Die wissenschaftliche Direktorin der Eugin-Gruppe, Rita Vassena, betonte, dass „diese Forschung im Bereich der Fortpflanzung von zentraler Bedeutung ist, weil sie einen Aspekt der SARS-CoV-2-Infektion aufdeckt, den wir bisher nicht kannten“.

Laut Vassena „müssen wir angesichts der Tatsache, dass unsere Entdeckung weltweit die erste dieser Art ist, auf eine Bestätigung unserer Ergebnisse durch den Nachweis einer unabhängigen Institution warten und zwar wenn möglich in größerem Maßstab. Nichtsdestotrotz ist dies eine sehr gute Nachricht für unsere Patienten und stellt auf klinischer Ebene eine höchst bedeutsame Erkenntnis dar. Sie ermöglicht es uns, gesundheitliche Maßnahmen innerhalb der IVF-Kliniken anzupassen und hilft uns, unsere Patienten in der aktuellen Lage angemessen zu beraten“.

“Undetectable viral RNA in oocytes from SARS-CoV-2 positive women” by Monserrat Barragan et al. Human Reproduction journal.

Weitere Informationen: Die Studie wurde in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Human Reproduction veröffentlicht

2020-10-08T10:16:25+00:001 Oktober 2020|Über assistierte Reproduktion|
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