Wie wird Endometriose erkannt?

Veröffentlicht: 1 März 2023|Aktualisiert: 6 März 2023|Über assistierte Reproduktion.|

In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie Endometriose erkannt wird, ob sie behandelt werden kann, welches ihre Ursachen und Symptome sind und inwieweit Endometriose Unfruchtbarkeit verursachen kann. Wenn bei Ihnen bereits Endometriose festgestellt wurde und Sie schwanger werden möchten, erfahren Sie außerdem, welche Möglichkeiten es gibt und welche Lösungen Eugin, der Spezialist für assistierte Reproduktion und Fruchtbarkeit, für Sie bereithält.

Endometriose ist eine Erkrankung, bei der sich das Gewebe, das die Innenseite der Gebärmutter auskleidet (Endometriumgewebe), ektopisch, also außerhalb der Gebärmutter entwickelt. Weltweit sind etwa 10% (190 Millionen) der Frauen und Mädchen im gebärfähigen Alter1 von Endometriose betroffen. Hierbei gibt es keine Unterschiede hinsichtlich ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder ihrer sozialen Schicht.

Die Endometriose befällt am häufigsten die Eierstöcke, die Eileiter und die Beckenschleimhaut. Wenn Endometriose die Eierstöcke befällt, können sich Zysten, so genannte Endometriome, bilden. In einigen Fällen kann dieses Gewebe auch in anderen Teilen des Körpers auftreten, z. B. im Darm, im Enddarm und in der Blase.

Dieses Gewebe ähnelt der Gebärmutterschleimhaut und verhält sich wie innerhalb der Gebärmutter: Es verdickt sich, baut sich ab und blutet bei jedem Menstruationszyklus. Da es jedoch keine Möglichkeit hat, den Körper zu verlassen, bleibt es in ihm stecken. Das führt zu einer chronischen Entzündungsreaktion, weshalb die betroffenen Frauen meistens während der Menstruation leichte bis schwere Schmerzen verspüren.

Ist die Endometriose auf bestimmte Ursachen zurückzuführen?

Obwohl die Ursache der Endometriose nicht geklärt ist, geht man davon aus, dass ihre Entstehung durch mehrere Faktoren bedingt ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von den folgenden Endometriose-Faktoren2 aus:

  • Retrograde Menstruation: Wenn eine Frau ihre Periode hat, fließt das Menstruationsblut (das Endometriumzellen enthält) rückwärts durch die Eileiter, bis es die Beckenhöhle erreicht, anstatt den Körper durch den Gebärmutterhals und die Vagina zu verlassen.
  • Zellmetaplasie: ein Prozess, bei dem die Zellen ihre Form verändern. Einige außerhalb der Gebärmutter befindliche Zellen verwandeln sich in endometrium-ähnliche Zellen und beginnen zu wachsen.
  • Proliferation von Vorläuferzellen: Aus ihnen entsteht die Krankheit, die sich dann über die Blut- und Lymphgefäße im Körper ausbreitet.

Es wird angenommen, dass es weitere Faktoren gibt, welche die Entwicklung, das Wachstum und die Fortdauer von Endometriose-Herden fördern. Einige von ihnen sind Veränderungen oder Beeinträchtigungen des Immunsystems, bestimmte komplexe hormonelle Einflüsse, genetische Faktoren und möglicherweise Umweltschadstoffe. Tatsache ist, dass die Medizin bislang noch nicht weiß, welches die Ursachen von Endometriose sind, wodurch auch die Diagnose erschwert wird.

Was sind die Symptome der Endometriose?

Zur Annahme einer Endometriose bei jungen Frauen ist wie bei jeder Erkrankung eine detaillierte und gründliche Anamnese erforderlich. Die Schwere der Endometriose-Symptome und die Wahrscheinlichkeit einer Diagnose nehmen mit dem Alter zu; die Inzidenz erreicht ihren Höhepunkt bei Frauen in den 40er Jahren. Nur eine Minderheit der betroffenen Frauen (20-25 %) hat keine Symptome3.

Ein typisches Symptom ist die Dysmenorrhoe, also das Auftreten von Becken- oder Unterleibsschmerzen, insbesondere während der Menstruationsblutung oder beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie). Die Schwere der Schmerzen steht in keinem Zusammenhang mit der Ausdehnung dieses Gewebes. Eine Frau kann eine leichte Endometriose mit starken Schmerzen oder eine fortgeschrittene Endometriose mit geringen oder gar keinen Schmerzen haben. Wie wird dann eine Endometriose erkannt?

Das häufigste Symptom einer Endometriose sind Schmerzen im Unterleibsbereich. Aber auch andere Beschwerden können auf eine Endometriose hindeuten:

  • Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie). Diese Symptome treten mit hoher Wahrscheinlichkeit während der Menstruation auf.
  • Müdigkeit, Durchfall, Verstopfung, Blähungen oder Übelkeit, insbesondere während der Menstruation.
  • Unfruchtbarkeit. Manchmal wird Endometriose zuerst bei Frauen diagnostiziert, die eine Kinderwunschbehandlung aufnehmen wollen.

Neben der Bewertung der Symptome kann Ihr Arzt eine Reihe von Tests durchführen, um körperliche Anzeichen einer Endometriose festzustellen.

Untersuchungen zur Feststellung einer Endometriose

Untersuchung des Beckens

Bei einer Beckenuntersuchung tastet der Arzt Bereiche des Beckens auf Anomalien ab, z.B. Zysten in den Fortpflanzungsorganen oder Narben hinter der Gebärmutter. Kleinere Bereiche mit Endometriose können oft nicht ertastet werden, es sei denn, sie haben die Bildung einer Zyste verursacht.

Transvaginale Ultraschalluntersuchung

Mit dieser Standarduntersuchung kann Ihr Arzt zwar nicht mit Sicherheit feststellen, ob Sie an Endometriose leiden, aber er kann mit Endometriose verbundene Zysten (Endometriome) erkennen.

Magnetresonanztomographie

In einigen Fällen hilft eine Magnetresonanztomographie bei der Operationsplanung, indem sie dem Chirurgen detaillierte Informationen über die Lage und Größe des ektopischen Endometriumgewebes liefert.

Laparoskopie

Hierbei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, um einen Einblick in das Bauchinnere zu bekommen (Bauchspiegelung). Bei Vollnarkose der Patientin macht der Chirurg einen kleinen Schnitt in der Nähe des Bauchnabels und führt ein dünnes Sichtinstrument (Laparoskop) ein, mit dessen Hilfe er nach Anzeichen von Gebärmutterschleimhautgewebe außerhalb der Gebärmutter sucht.

Eine Laparoskopie kann Aufschluss über Lage, Ausmaß und Größe von Endometriose-Implantaten oder -Herden geben. Für weitere Untersuchungen kann der Chirurg eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen.

Wenn der Eingriff richtig geplant wird, kann der Chirurg die Endometriose während der Laparoskopie oftmals vollständig behandeln.

Welche Möglichkeiten und Techniken gibt es zur Behandlung von Endometriose?

Die Entscheidung über die bestgeeignete Behandlung einer Endometriose hängt bei jeder Patientin vom Stadium der Erkrankung ab. Hierbei werden vier Stadien unterschieden: I: minimal, II: leicht, III: mittelschwer und IV: schwer.

Der Schweregrad eines jeden Stadiums hängt von der Lage, Ausdehnung und Tiefe der Herde, dem Vorhandensein und der Schwere der Verwachsungen sowie gegebenenfalls vom Vorhandensein und der Größe des ovarischen Endometrioms ab. Bei den derzeit üblichen Behandlungen unterscheidet man zwischen medikamentösen oder chirurgischen Ansätzen, oder es wird eine Kombination aus beiden Methoden gewählt.

Ist bei Endometriose eine Fruchtbarkeitsbehandlung erforderlich?

Endometriose kann sich auf verschiedene Weise auf die Fruchtbarkeit auswirken: verzerrte Beckenanatomie, Verwachsungen, vernarbte Eileiter, Entzündung der Beckenstrukturen, veränderte Funktion des Immunsystems, Veränderungen im hormonellen Umfeld der Eizellen, unzureichende Einnistung einer Schwangerschaft und veränderte Eizellqualität.

Wenn eine Frau an Endometriose leidet, fällt es ihr möglicherweise schwerer, auf natürliche Weise schwanger zu werden. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit einer Endometriose bei Frauen mit Unfruchtbarkeit 6–8-mal höher4.

Laut einer kürzlich veröffentlichen wissenschaftlichen Studie5 stehen zur Behandlung der endometriose-bedingten Unfruchtbarkeit drei Therapieoptionen zur Verfügung: medizinische Behandlung, Chirurgie und angepasste assistierte Reproduktionstechnologien. Die Erfolgsquoten variieren allerdings von Fall zu Fall. Die Behandlung hängt von den Ergebnissen des durchgeführten Fruchtbarkeitstests ab. Eine für alle Fälle gültige Idealbehandlung existiert nicht. Ihr Arzt wird die folgenden Faktoren berücksichtigen: Das Alter der Frau, die Dauer der Unfruchtbarkeit und die Beckenschmerzen.

Medizinische Behandlung

Eine medizinische Behandlung mit bestimmten Therapeutika kann die Schmerzsymptome lindern, führt aber im Allgemeinen zu einer verminderten Fruchtbarkeit und ist daher für Patientinnen mit endometriose-bedingter Unfruchtbarkeit nicht geeignet.

Laparoskopischer Eingriff

Diese Operation zielt darauf ab, Endometriose-Herde und Endometriome zu entfernen und dadurch die normale Beckenanatomie so weit wie möglich wiederherzustellen. Aus der Fachliteratur geht hervor, dass die laparoskopische Chirurgie bei minimaler bis leichter Endometriose die Fruchtbarkeit und die Lebendgeburtenrate verbessert.

Bei mittelschwerer bis schwerer Endometriose können Beckenverwachsungen behandelt werden, aber leider gibt es nicht genug hochwertige Untersuchungen über die postoperative Schwangerschaftsrate. Allerdings sollten die möglichen Nachteile dieser Behandlung nicht verschwiegen werden: chirurgische Komplikationen, verminderte Eierstockreserve, postoperative Verwachsungen, mögliche Verzögerung bei der Behandlung der Unfruchtbarkeit.

Assistierte Reproduktionstechniken nach einer Endometriose

Bei Frauen mit Unfruchtbarkeit aufgrund von Endometriose werden zurzeit die folgenden assistierten Reproduktionstechniken eingesetzt: die intrauterine Insemination (IUI) und die In-vitro-Fertilisation (IVF).

Intrauterine Insemination (IUI) und Endometriose

Chirurgisch diagnostizierte Patientinnen mit minimaler bis leichter Endometriose, die keine anatomischen Verformungen aufweisen, können ihre Chancen auf eine Schwangerschaft durch eine kontrollierte Stimulation der Eierstöcke verbessern. Diese Behandlung wird auch als Superovulation mit IUI bezeichnet. Bei Eugin bieten wir Ihnen die folgenden Varianten:

Bei Frauen mit mittelschwerer bis schwerer Endometriose kommt eine IUI jedoch nicht in Frage, da die Herde wahrscheinlich Auswirkungen auf die Eileiter gehabt haben. In diesen Fällen empfehlen wir die folgende assistierte Reproduktionsbehandlung.

In-Vitro-Fertilisation (IVF) und Endometriose

Zurzeit ist die IVF die erfolgreichste Behandlung für Frauen mit mittelschwerer bis schwerer Endometriose, wenn alle vorgenannten Behandlungen nicht zur gewünschten Fruchtbarkeit führen.

Aber wie bereits erwähnt, gibt es keine ideale Behandlung für alle Frauen, bei denen Endometriose und Fruchtbarkeitsprobleme festgestellt wurden. Die Behandlung der Unfruchtbarkeit bei Patientinnen mit Endometriose sollte von einem multidisziplinären Team anhand der individuellen Umstände der Patientin gewählt werden.

Wenn Sie glauben, Sie könnten Endometriose haben, können wir Ihnen helfen. Wir bieten Ihnen alle Informationen zu den Behandlungsmöglichkeiten, die Sie benötigen, um schwanger zu werden.

Bibliografie

  1. New England Journal of Medicine:, Endometriosis Massachusetts Medical Society: Massachusetts Medical Society

  2. Organización Mundial de la Salud: Endometriosis World Health Organization: WHO: Organización Mundial de la Salud

  3. Journal of Assisted Reproduction and Genetics: Endometriosis and infertility University of Firenze, Firenze, Italy: Medicinski Pregled, Croatia

  4. National Library of Medicine: [Infertility and endometriosis] Medicinski pregled: Medicina, Kaunas, Lithuania

  5. National Library of Medicine: Endometriosis Associated Infertility: A Critical Review and Analysis on Etiopathogenesis and Therapeutic Approaches Medicina (Kaunas): Medicina (Kaunas)

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