Polyzystisches Ovarsyndrom: Was Sie wissen müssen

Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist eine Hormonstörung, von der eine von zehn Frauen betroffen ist. PCOS wird von Menstruationsstörungen, anormalem Haarwuchs, Akne oder Haarausfall sowie Fruchtbarkeitsproblemen begleitet.

Obwohl keine spezifische Heilung bekannt ist, gibt es Möglichkeiten zur Behandlung der Symptome wie z. B. Hormontherapien oder eine Änderung der Lebensgewohnheiten.

Was ist das polyzystische Ovarsyndrom?

Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist eine Hormonstörung, von der ungefähr eine von zehn Frauen betroffen ist. Seine Ursache ist schwer zu bestimmen: PCOS kann auf genetische Veränderungen, Umweltfaktoren oder andere, noch unbekannte Auslöser zurückgehen. Diese Faktoren rufen eine hormonelle Veränderung hervor, die wiederum das Syndrom auslöst.

Durch diese hormonellen Veränderungen wird der Eisprung, also die Freisetzung von voll entwickelten oder reifen Eizellen, verhindert. Die Eizellen verbleiben in den Eierstöcken und werden von einer kleinen Menge an Flüssigkeit überdeckt.

Was sind die Folgen von polyzystischen Eierstöcken?

Patientinnen mit diesem Problem weisen mindestens zwei der folgenden drei Symptome auf:

  • Erstens haben sie sehr unregelmäßige Menstruationszyklen, da sie oftmals über mehrere Monate hinweg keinen Eisprung bekommen.
  • Zweitens zeigen ihre Ultraschalluntersuchungen polyzystische Eierstöcke, also Eierstöcke, die größer als normal sind und an ihrer Peripherie eine große Zahl kleiner Follikel aufweisen.
  • Das dritte Anzeichen ist Hyperandrogenismus. Aufgrund der hormonellen Veränderungen, die durch dieses Syndrom hervorgerufen werden, produziert der Körper eine größere Menge an männlichen Hormonen. Dies kann zu Symptomen wie Hirsutismus (übermäßiger Haarwuchs am Körper), Akne oder Haarausfall führen.

Neben solchen Veränderungen kommt es bei Frauen mit PCOS häufig zu Problemen bei der Aufnahme von Zucker durch den Körper. Sie können eine Insulinresistenz aufweisen und haben deshalb überhöhte Werte dieses Hormons. Infolgedessen sind die Hälfte aller Frauen, die von diesem Syndrom betroffen sind, übergewichtig oder fettleibig und leiden möglicherweise auch an Diabetes.

Wie kann das polyzystische Ovarsyndrom behandelt werden?

Den Experten zufolge kann PCOS nicht verhindert oder geheilt werden. Allerdings können die damit verbundenen Symptome durch medizinische Behandlungen und Änderungen der Lebensweise abgemildert werden.

Einerseits gibt es Hormonbehandlungen wie die Antibabypille, die den Menstruationszyklus regulieren und andere Probleme wie Akne oder das Auftreten von Körperbehaarung lindern können. Mitunter werden auch Medikamente zur Senkung des Insulinspiegels und zur Unterstützung des Eisprungs verabreicht. Auch eine Änderung der Lebensgewohnheiten kann zur Besserung der Symptome beitragen. So können etwa eine angemessene Ernährung oder bereits eine moderate Gewichtsreduzierung dazu beitragen, hormonelle Veränderungen und Gesundheitsprobleme wie Diabetes, Bluthochdruck oder einen überhöhten Cholesterinspiegel zu behandeln. Die Experten empfehlen eine zucker-, fett- und cholesterinarme Ernährung in Verbindung mit körperlicher Betätigung und dem Verzicht auf schädliche Gewohnheiten wie Rauchen oder Alkoholkonsum.

Um die Behandlungen an die Bedürfnisse einer jeden Frau anzupassen, sollten sie aber auf jeden Fall unter der Aufsicht eines Facharztes erfolgen. Hierbei sollte auch der Wunsch nach einer zeitnahen Schwangerschaft berücksichtigt werden.

Wird die Fortpflanzung durch polyzystische Eierstöcke beeinflusst oder erschwert?

Das hormonelle Ungleichgewicht, unter dem Frauen mit PCOS leiden, hat direkte Auswirkungen auf ihre Fruchtbarkeit. Durch die Veränderung ihrer Menstruationszyklen bleibt der Eisprung oftmals aus, und ohne einen regelmäßigen Eisprung ist es schwieriger, eine natürliche Schwangerschaft zu erzielen.

„Jungen Patientinnen, die noch keinen Kinderwunsch haben, empfehlen wir, sich gesund zu ernähren, regelmäßig Sport zu treiben und den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, notfalls mit Medikamenten“, erklärt Dr. Marta Trullenque, Spezialistin für assistierte Reproduktion bei Eugin. In einigen Fällen hat sich gezeigt, dass Frauen, die diese Empfehlungen für eine gesunde Lebensweise befolgen, regelmäßig ihren Eisprung bekommen und auf natürliche Weise schwanger werden können.

Wenn dies nicht möglich ist und eine spontane Schwangerschaft nicht eintritt, sollte ein Facharzt zu Rate gezogen werden. Je nach den Gegebenheiten des Falls wird der Arzt eine bestimmte assistierte Reproduktionsbehandlung empfehlen. Nach einer Stimulation der Eierstöcke zur Sicherstellung des Eisprungs wird eine Hormonbehandlung verabreicht, und zwar entweder allein oder in Kombination mit einer künstlichen Befruchtung oder einer In-Vitro-Fertilisation. „In jedem Fall sollte im Vorfeld ein Arzt konsultiert werden, denn je nach der Schwere des Syndroms und dem Alter der Frau und je nachdem, wie lange sie schon versucht hat, schwanger zu werden, ist eine andere Behandlung zu empfehlen“, sagt Dr. Trullenque.

Aufgrund der Hormonstörungen, die sich direkt auf ihren Menstruationszyklus und damit auf ihren Eisprung auswirken, kann das polyzystische Ovarsyndrom die Fruchtbarkeit einer Frau beeinträchtigen.

Obwohl wir noch keine medizinische Formel zur Heilung der Krankheit kennen, gibt es medizinische und gewohnheitsbezogene Alternativen, die zur Linderung der Symptome und zur Überwindung der Fruchtbarkeitsprobleme beitragen können. Wenn eine spontane Schwangerschaft nicht eintritt, raten wir Frauen mit Kinderwunsch, sich gesund zu ernähren, Sport zu treiben und einen Facharzt aufzusuchen.

Die assistierte Reproduktion ist eine Alternative, um diesen Frauen zu helfen. Es gibt eine breite Palette von Behandlungen, mit denen diese Frauen unter ärztlicher Aufsicht ihren Traum von der Mutterschaft verwirklichen können.

2021-09-17T07:12:19+00:0017 September 2021|Emotionale Aspekte|
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