Was sollte ich über Schwangerschaften wissen, die durch ein Verfahren der Assistierten Reproduktion erreicht wurden?

Viele Paare greifen auf die assistierte Reproduktion zurück, weil einer der Partner aufgrund eines Problems oder einer Krankheit steril oder unfruchtbar ist. Ein solcher Prozess kann mit starken psychischen Belastungen verbunden sein.

Vor einem solchen Hintergrund tendieren viele Patienten dazu, ihr Sterilitätsproblem mit einer komplizierten oder riskanten Schwangerschaft gleichzusetzen. In Wirklichkeit besteht jedoch kein Zusammenhang zwischen beiden Faktoren.

Zunächst einmal müssen wir uns den Unterschied zwischen Sterilität und Unfruchtbarkeit vergegenwärtigen. Sterilität ist die Unfähigkeit, eine Schwangerschaft zu erzielen. Eine Unfruchtbarkeit liegt dagegen vor, wenn eine Schwangerschaft zwar eintritt, aber nicht korrekt verläuft und in einer Fehlgeburt mündet.

Die Sterilität kann mit den Techniken der assistierten Reproduktion behandelt werden. Eine hierdurch erzielte Schwangerschaft verläuft in der Regel normal und problemlos. Nur bei einer Unfruchtbarkeit der Frau reden wir von einer Risikoschwangerschaft, die einer erhöhten Kontrolle bedarf, um erfolgreich zu verlaufen.

Nach der Durchführung der Technik gibt es keine Unterschiede bei der Entwicklung des Embryos und des späteren Babys: Die Schwangerschaft verläuft genauso wie eine natürliche Schwangerschaft.

Als Anfangsdatum der Schwangerschaft gilt der Zeitpunkt zwei Wochen vor dem Tag Ihrer Befruchtung, Ihrer Follikelpunktion oder dem Datum der Punktion der Spenderin (bei Empfängerinnen von Eizellen).

Als Anfangsdatum der Schwangerschaft wird der Tag zwei Wochen vor dem Befruchtungsdatum, der Follikelpunktion oder der Punktion der Spenderin (bei Empfängerinnen von Eizellen) festgelegt. Die Entwicklungswochen des Embryos sind die gleichen wie bei einer normalen Schwangerschaft.

Wenn Sie schwanger sind, verspüren Sie häufig Symptome, die neu für Sie sind und Ihnen unangenehm erscheinen, wie z. B. Übelkeit oder Sodbrennen. Im Allgemeinen handelt es sich dabei um vorübergehende Beschwerden, die kein Grund zur Beunruhigung sind.

Einige Symptome jedoch können auf ein gravierenderes Problem hinweisen; in diesem Fall, sollten Sie sofort eine Arzt aufsuchen. Hierzu zählen z.B. starke Schmerzen zu Beginn der Schwangerschaft.

Das Risiko einer spontanen Fehlgeburt ist genauso hoch (15-20%) wie bei einer natürlichen Schwangerschaft und steigt mit dem Alter der Patientin, die eine Befruchtung oder IVF durchführen lässt, an. Bei Patientinnen, die eine Eizellenspende erhalten, erhöht sich das Risiko nicht, weil die Eizellen von einer jungen Spenderin im Alter von 18 bis 35 Jahren stammen.

Bei Frauen über 40 Jahren – egal ob sie auf natürlichem Wege oder durch eine Kinderwunschbehandlung schwanger wurden – erhöht sich das Risiko auf durch die Schwangerschaft hervorgerufenen Bluthochdruck, Schwangerschftsdiabetes, usw. Deshalb sollte der Verlauf dieser Schwangerschaften besonders sorgfältig kontrolliert werden.

Es wurde ebenfalls wissenschaftlich bewiesen, dass Kinder, die mit Hilfe der Reproduktionsmedizin geboren werden, keinen größeren Risiken auf genetische Veränderungen oder Fehlbildungen ausgesetzt sind, als Kinder, die infolge einer natürlichen Schwangerschaft geboren werden.

Die Herbeiführung einer Schwangerschaft durch Verfahren der Assistierten Reproduktion bedeutet nicht, dass keine zur Entdeckung einer Anomalie des Fötus notwendigen Untersuchungen durch geführt werden müssen. Normalerweise erfolgt eine Fruchtwasseruntersuchung nur dann, wenn das Ergebnis des Triple-Tests (Triple-Screening) einen erhöhten Wert anzeigt. Der Triple-Test umfasst eine Blutprobe (Biochemisches Screening) und ein Ultraschallbild, einschließlich der Messung der Nackenfalte des Fötus.

Bei Zwillingsschwangerschaften ist Vorsicht geboten, da Blutanalysen nicht zuverlässig sind und der Gynäkologe nur auf das Ultraschallbild zurückgreifen kann, um das Risiko einzuschätzen.

Bei Empfängerinnen einer Eizellenspende sollte der Triple-Test unter Berücksichtigung des Alters der Spenderin (nicht der Empfängerin) durchgeführt werden. Aus diesem Grund ist eine Fruchtwasseruntersuchung nur sehr selten nötig.

Sie sollten sich jedoch immer von Ihrem Frauenarzt beraten lassen und sich über die Rechtslage in Ihrem Landes informieren. Der Triple-Test und eine Fruchtwasseruntersuchung sind normalerweise nicht Pflicht.

“Verläuft meine Schwangerschaft wie bei anderen Frauen?” Diese typische und normale Frage stellt sich in der Regel eine Frau, die eine assistierte Reproduktionsbehandlung durchlaufen hat. Die Antwort ist klar: eine durch eine Fruchtbarkeitsbehandlung erzielte Schwangerschaft unterscheidet sich nicht von einer natürlichen Schwangerschaft. Das gilt sowohl für die Entwicklung des Embryos und des Babys als auch für die Symptome der Mutter.

Um einen problemlosen und komplikationsfreien Schwangerschaftsverlauf zu gewährleisten, ist bei älteren Frauen eine intensivere Überwachung der Schwangerschaft notwendig; allerdings unabhängig davon, auf welche Weise die Schwangerschaft erzielt wurde.

Eine durch assistierte Reproduktion erzielte Schwangerschaft unterscheidet sich also nur in ihrem Ursprung, aber nicht in ihrem Ergebnis von einer natürlichen Empfängnis.

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