Die Vitrifizierung von Eizellen, eine wahre Revolution im Bereich der künstlichen Befruchtung

Das Verhalten einer vitrifizierten Eizelle entspricht genau dem einer frischen Eizelle

By Steve Johnson

By Steve Johnson

Die Vitrifizierung von Eizellen, allgemein auch als Einfrieren von Eizellen bekannt, stellt eine wahre Revolution im Bereich der künstlichen Befruchtung dar. Und zwar nicht nur mit dem Ziel, die Fruchtbarkeit der Frau zu bewahren, sondern auch zur Errichtung einer umfangreichen Eizellenbank, die bei allen Behandlungen mit Eizellenspende die Übereinstimmung zwischen der Spenderin und Empfängerin sowohl in zeitlicher Hinsicht als auch in Bezug auf die Chancen verbessert.

Diese Technik ist relativ neu, hat aber bereits bewiesen, daß die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei der Übertragung von vitrifizierten Eizellen die gleiche ist wie bei frischen Eizellen, wobei bereits bei Behandlungen mit gespendeten Eizellen eine Erfolgsrate von 61% erzielt wurde. Dies ist darauf zurückzuführen, daß „das Verhalten einer vitrifizierten Eizelle genau dem einer frischen Eizelle entspricht“, wie der verantwortliche Laborleiter der Klinik Eugin, Albert Obradors, bestätigt.

In weniger als einer Sekunde

Albert Obradors, Embryologe im Forschungslabor der Klink Eugin, erklärt mit großer Begeisterung, was die Vitrifizierung eigentlich ist, nämlich eine Technik, bei der die Eizellen in weniger als einer Sekunde von ihrer normalen Temperatur von 37°C auf        -200°C abgekühlt werden. Dieser Temperaturwechsel ist so extrem und schnell, daß das in der Eizelle befindliche Wasser nicht dazu kommt, zu gefrieren und deshalb vitrifiziert, also in einen Zustand übergeht, der dem einer sehr harten „Gelatine“ entspricht.

Dies ist das Erfolgsrezept, da, wenn man das Wasser einfriert, kleine Kristalle erzeugt werden, welche die Eizelle innerlich schädigen und sogar zum Platzen bringen. „Stellen Sie sich vor, sie füllen einen Luftballon mit Wasser und legen ihn dann in ihren Eisschrank; er würde mit Sicherheit platzen“, erklärt uns bildlich Albert Obradors.

Die erste große Revolution begann bereits mit der Vitrifizierung von Embryos. Dieser Meilenstein war mehr als bedeutsam, denn von vier Embryos überlebte vorher eines nicht, aber mithilfe der Vitrifizierung überleben von 100 nur 8 nicht. 2005 ging man dann einen Schritt weiter und wendete diese Technik bei Eizellen an, was auf diesem Gebiet eine Fülle an Möglichkeiten offenbarte.

Unbegrenzte Zeit

Der Erfolg einer vitrifizierten Eizelle besteht darin, daß sie ihre Qualität beibehält und es kein Verfallsdatum gibt, was bedeutet, daß man sie theoretisch unbegrenzte Zeit aufbewahren könnte. Die Eizelle wird nicht älter, es ist so, als ob sie solange „eine Pause“ machen würde, bis man sie wieder auftaut. Unter den zahlreichen Vorteilen bei der Behandlung mit gespendeten Eizellen ist besonders die Möglichkeit erwähnenswert, ein zweites Kind von der gleichen Spenderin zu bekommen, wenn es von ihr bereits vitrifizierte Eizellen gibt und man somit nicht erst auf einen neuen Eisprung warten muß, da die Spenderin zu diesem Zeitpunkt vielleicht nicht zur Verfügung steht.

2013-06-17T20:05:57+00:0017 Juni 2013|Über assistierte Reproduktion|
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