Bei diesem Verfahren erfolgt die Befruchtung, indem ein Spermium direkt in eine Eizelle eingespritzt wird.
Für eine ICSI ist nur ein einziges Spermium pro Eizelle nötig. Ohne ICSI werden zwischen 50.000 und 100.000 Spermien gebraucht.


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Der Name der als ICSI bezeichneten Befruchtungsmethode geht auf die Abkürzung der englischsprachigen Bezeichnung intra-cytoplasmic sperm injection zurück. Bei dieser Methode wird mittels Mikroinjektion ein Spermium in das Innere einer Eizelle (Zytoplasma) eingebracht.

Bei der ICSI handelt es sich um eine Ergänzung zur herkömmlichen In-vitro-Fertilisation. Die vor und nach der eigentlichen Befruchtung erforderlichen Schritte sind identisch (Stimulierung des Eierstockes, Follikelpunktion und Embryotransfer); lediglich die Befruchtung selbst läuft anders ab. Die Methode ermöglicht einen besonders sparsamen Umgang mit den Spermien, da pro Eizelle nur eine Spermazelle benötigt wird, während bei der herkömmlichen In-vitro-Fertilisation zwischen 50.000 und 100.000 Spermien erforderlich sind. Seit es die ICSI gibt, hat die Behandlung der männlichen Sterilität große Fortschritte verzeichnet. Heutzutage wird diese Methode häufig angewendet. Hier in der Klinik Eugin führen wir, sofern keine Gegenanzeigen vorliegen in 99% aller Fälle eine ICSI durch

Phasen

1. Überwachung und Stimulation der Eirstöcke

Zur pharmakologischen Stimulierung des Eisprungs kommt meist das follikelstimulierende Hormon (FSH) zur Anwendung ( um einen vorzeitigen Eisprung zu verhindern, wird zusätzlich ein GnRh-Antagonist/- Agonist verabreicht).Die Verabreichung der Hormone erfolgte durch subkutane Spritzen, die sich die Patientin gewöhnlich selbst verabreicht. Durch die Messung des Östradiolspiegels im Blut und Ultraschallbeobachtungen der Follikelentwicklung in den Eierstöcken lässt sich der Verlauf des stimulierten Zyklus genau verfolgen. Sobald die Follikel in der richtigen Größe und Anzahl vorliegen und der gewünschte Hormonspiegel erreicht ist, sorgt eine weitere Behandlung für das vollständige Heranreifen der Follikel. Hier zu wird das Hormon HCG (dem luteinisierenden Hormon LH verwandt) injiziert.

2. Entnahme der Eizellen und In-vitro-Fertilisation

Circa 36 Stunden nach Verabreichen des HCG entnimmt der Gynäkologe die Eizellen, indem er die Follikel punktiert, in denen die Zellen enthalten sind. Bei der Punktion wird der Eierstock per Ultraschall beobachtet und die im Inneren der Follikel enthaltene Flüssigkeit samt der darin enthaltenen Eizellen über eine dünne Nadel abgesaugt. Daraufhin identifiziert ein Biologe im Labor die in der Flüssigkeit enthaltenen Eizellen und trennt sie ab. Nun werden die reifen Eizellen einige Stunden in einer Nährlösung kultiviert, während das Sperma (ähnlich wie bei der künstlichen Befruchtung) entsprechend vorbereitet wird. Abschließend führt der Biologe mit einem einzigen Spermium die intrazytoplasmatische Injektion durch. Für die Injektion wählt der Biologe ein Spermium aus und führt es in das Zytoplasma einer Eizelle ein. Dazu wird ein mit einem Mikroskop ausgestatteter Mikromanipulator verwendet. Der Vorgang wird mit jeder vorliegenden Eizelle wiederholt. Am darauf folgenden Tag zeigt sich, wie viele Eizellen tatsächlich befruchtet werden konnten.

3. Transfer

Am Tag nach der Entnahme und der ICSI der Eizellen ist die Anzahl der befruchteten Eizellen bekannt. In den darauffolgenden zwei bis drei Tagen verwandeln sich diese befruchteten Eizellen in Präembryonen und sind bereit für den Transfer in die Gebärmutter. Am Transfertag werden die am besten entwickelten Präembryonen ausgewählt. Dem Gesetz nach dürfen bis zu 3 Präembryonen transferiert werden, die durchschnittliche Zahl ist aber normalerweise 2. Die Präembryonen werden in einem feinen Katheter aufgezogen und vom Gynäkologen bis zum Ende der Gebärmutter eingeführt. Eine Anästhesie ist nicht erforderlich. Von den transferierten Präembryonen wird normalerweise nur einer eingesetzt; in einigen Fällen können es aber auch mehrere sein, was in der Regel zu einer Mehrfachschwangerschaft führt.

4. Kryokonsevierung

Die Kryokonservierung ist auch als Vitrifizierung bekannt. Die nicht transferierten Präembryonen werden in flüssigem Stickstoff eingefroren und in einer Embryonenbank entsprechend gekennzeichnet aufbewahrt. Diese Präembryonen können in späteren Zyklen eingesetzt werden, wenn die Schwangerschaft nicht beim ersten Mal glückt. Natürlich ist es viel einfacher, die Gebärmutter nur für den Transfer eingefrorener Präembryonen vorzubereiten, da eine Stimulation und eine Eizellenentnahme nicht mehr notwendig sind.

Letzte Aktualisierung: Juni 2017