Eizellspende

Wie funktioniert die In-vitro-Fertilisation (IVF) mit Eizellenspende?

Die Eizellenspende ist eine Methode der assistierten Reproduktion, bei der eine Frau (die Spenderin) einige ihrer Eizellen einer anderen Frau (der Empfängerin) spendet (A). Aus der Befruchtung dieser Eizellen (B) mit dem Samen des Partners der Empfängerin entstehen ein oder mehrere Embryonen (C), die daraufhin der Empfängerin eingepflanzt werden (D).

Die erste erfolgreiche Schwangerschaft wurde dank dieser Methode 1983 bei einer Patientin erreicht, die auf Grund einer verfrühten Menopause keine Kinder haben konnte. Seitdem hat sich die Eizellenspende als eine außerordentlich wirksame Methode durchgesetzt. Heute ermöglicht sie es zahlreichen Paaren, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen.

Die Schwangerschaftsrate liegt pro Versuch zwischen 50%-55% und ist unabhängig vom Alter der Empfängerin, der medizinischen Indikation der Eizellenspende oder der Anzahl der zuvor erfolgten Versuche.

Wer braucht eine Eizellenspende?

Eine Eizellenspende ist manchmal die einzige Alternative, die es einer Frau ermöglicht, Kinder zu haben zum Beispiel in Fällen, in denen weder medizinische noch chirurgische Behandlungen dazu beitragen konnten, dass ein Paar auf natürlichem Weg Kinder bekommt.

Es gibt verschiedene Gründe, aus denen eine Frau auf eine Eizellenspende zurückgreifen muss, doch für gemeinhin lassen sich zwei große Gruppen unterscheiden: Entweder produzieren die Eierstöcke der Frau keine Eizellen mehr, oder die Eizellen sind nicht geeignet, um Kinder zu zeugen.

1. Warum haben manche Frauen keine Eizellen?

Der häufigste Grund, aus dem eine Frau keine Eizellen mehr produziert, ist die so genannte verfrühte Menopause. Die Wechseljahre setzen schon vor dem dafür üblichen Alter ein die Menopause beginnt also 15 bis 20 Jahre früher als von Natur aus vorgesehen. Die Frau tritt also in einem noch sehr jungen Alter in die Wechseljahre ein. Wenn sie nicht schon Mutter ist, kann sie Kinder nur mit Hilfe von Eizellen zeugen, die von einer fruchtbaren Frau stammen.

Dank epidemiologischer Studien ist mittlerweile bekannt, dass circa 5% aller Frauen unter diesem Syndrom leiden. Die Zahl liegt also weit höher als viele Frauen vermuten, die selbst mit diesem Problem zu kämpfen haben.

In anderen Fällen hat die Kondition medizinische Ursachen. Bei einigen Frauen wurden beispielsweise die Eierstöcke wegen einer Tumorerkrankung entfernt. Wenn sie genesen sind, können sie nur dank der Eizellenspende einer anderen Frau Kinder zeugen.

2. Warum können manche Frauen nicht ihre eigenen Eizellen verwenden?

Unter bestimmten Umständen können manche Frauen keine Kinder bekommen, weil ihre eigenen Eizellen nicht dafür geeignet sind. Meist sind dafür genetische Abweichungen verantwortlich, auf Grund derer die Eizellen mit fehlerhaften Chromosomen ausgestattet sind und keine gesunden Kinder erzeugen können. In anderen Fällen ist es aus medizinischer Sicht nicht ratsam, auf natürlichem Wege Kinder zu bekommen, da die Gefahr einer Übertragung von in der Familie kursierenden Erbkrankheiten besteht. Ein klassisches Beispiel ist Hämophilie, eine Krankheit, die die Blutgerinnung beeinträchtigt.

 

Wie läuft die Eizellenspende ab?

Die Eizellenspende ist in Spanien seit 1988 gesetzlich geregelt. Auf diese Art ist die Einhaltung ethischer Normen bei medizinischen und biologischen Vorgängen jederzeit gewährleistet und die Gesundheit der Spenderin und des entstehenden Embryos in jedem Moment garantiert. Jede gesunde Frau kann, sofern sie die gesetzlich festgelegten Bedingungen erfüllt, auf Wunsch Eizellen spenden. Die Spenderinnen werden nach strengen medizinischen Kriterien ausgewählt. Bevor eine Frau ihre Eizellen weitergeben kann, muss sie sich mehreren Untersuchungen unterziehen. Einerseits werden dabei die Eierstöcke der Spenderin auf ihre Funktion überprüft, andererseits muss sichergestellt werden, dass keine Infektions- oder Erbkrankheiten vorliegen:

Blutuntersuchungen

Serologien (Hepatitis B und C, Syphilis, HIV, Röteln), Blutgruppenbestimmung, Karyotyp (um etwaige Anomalien der Chromosomen auszuschließen).

Gynäkologische Untersuchungen

Abstrichzytologie, Untersuchung auf Infektionen (Gonokokken, Clamydien), gynäkologisches Ultraschall.

Gespräche mit dem Arzt

Um genetische Erkrankungen bei der Spenderin oder in ihrer Familie auszuschließen, mit dem Psychologen, um ihre geistige Gesundheit zu überprüfen, und mit dem Pflegeteam, um ihre körperlichen Merkmale festzuhalten und den Behandlungsablauf zu erklären.

Hat sich eine Spenderin gefunden, müssen die Menstruationszyklen von Spenderin und Empfängerin synchronisiert werden, um die Spende durchführen zu können. Beide Frauen müssen sich also in derselben Phase ihrer Periode befinden. Diese Situation wird mittels einer geeigneten pharmakologischen Behandlung herbeigeführt, die den Zyklus schnell und effizient anpasst.

Die Spenderin

Auf natürlichem Weg entwickelt sich in den Eierstöcken einer Frau jeden Monat nur eine Eizelle. Um die Wirksamkeit der Spende zu gewährleisten, unterzieht sich die Spenderin einer Behandlung zur Anregung des ovariellen Zyklus, so dass mehrere Eizellen für die Spende reifen. Denn nicht jede erzeugte Eizelle eignet sich letztendlich für die Spende. Einige Eizellen entwickeln sich nicht normal und reifen nicht vollständig heran, während andere aus bisher unbekannten Gründen nicht befruchtet werden.

Die Kontrolle der Behandlung erfolgt durch Ultraschalluntersuchungen und Hormonanalysen. Zu einem späteren Zeitpunkt, kurz vor dem Eisprung, werden die Eizellen mittels Follikelpunktion direkt aus den Eierstöcken entnommen.

Die Empfängerin

Da die Eizellen nicht eingefroren werden können, muss der Zyklus der Empfängerin mit dem der Spenderin synchronisiert werden. Beide Frauen sind also im selben Moment empfängnisbereit.

Zu diesem Zweck wird der Empfängerin ein Medikament verabreicht, um das Endometrium so vorzubereiten, dass es den Embryo aufnehmen und dieser sich einnisten kann. Das Endometrium ist ein Epithel im Inneren der Gebärmutter, das dem Embryo ein geeignetes Klima für die Einnistung bietet. Findet keine Schwangerschaft statt, wird das Endometrium mit der nächsten Regel ausgeschieden.

Wie werden die gespendeten Eizellen eingesetzt?

Die gängigste Methode ist die In-vitro-Fertilisation (IVF). Diese Befruchtungsart wird gegenwärtig häufig angewandt, um die Fruchtbarkeitsprobleme steriler Paare zu behandeln. Die gespendeten Eizellen werden dabei zusammen mit dem Samen des Partners der Empfängerin in einer speziellen Laborumgebung kultiviert.

Im nächsten Schritt werden die daraus entstandenen Embryonen in den Uterus der Empfängerin eingesetzt, wo sie nach erfolgreicher Implantation ihr Wachstum fortsetzen. Im Normalfall werden zwei bis drei Embryonen eingesetzt, denn für gewöhnlich nistet sich nur einer ein und entwickelt sich im Rahmen einer Schwangerschaft weiter.

Darüber hinaus steht mit der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) eine weitere Behandlungsmethode zur Verfügung. Hierbei wird mittels eines mikrochirurgischen Eingriffs ein Spermatozoid manuell in die Eizelle eingebracht. Wie im oben beschriebenen Fall wird diese Eizelle, nachdem sie befruchtet wurde, in den Uterus der Empfängerin eingesetzt.

Weitere Informationen

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Überblick über die spanische Gesetzgebung zur Keimzellenspende